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Vertreterversammlung und Vorstandssitzung des Deutschen Forums in Rumänien

Die zweite ordentliche Vertreterversammlung des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien (DFDR) in diesem Jahr fand am Samstag, dem 13. November, im Hermannstädter Forumshaus  statt. Zuvor war der DFDR-Vorstand zu seiner fünften Beratung in diesem Jahr zusammengetreten. Beide Tagungen wurden von Klaus Johannis, dem Vorsitzenden des Deutschen Forums geleitet und an beiden nahmen Vertreter aller fünf Regionalforen teil sowie der DFDR-Ehrenvorsitzende Dr. Paul Philippi, der Abgeordnete der deutschen Minderheit Ovidiu Gant und der Unterstaatssekretär im Departement für interethnische Beziehungen der rumänischen Regierung Helge Fleischer. Der Vertreterversammlung wohnte als Gast der deutsche Generalkonsul in Hermannstadt Thomas Gerlach bei. Ein Bericht von Adi Ardelean.

Der DFDR-Vorsitzende Klaus Johannis berichtete vor der Vertreterversammlung über die Tätigkeit des Deutschen Forums. Für dieses Jahr waren bisher 105 Kulturprojekte vorgesehen. Alle wurden durchgeführt. Weitere 12 Projekte sind für November und 20 für Dezember geplant. 17 Bücher wurden aus Mitteln des Forums gedruckt und weitere zwei werden im Dezember fertig gestellt. Alle geplanten Investitionen konnten umgesetzt und abgeschlossen werden. Dafür erhielt das Deutsche Forum rechtzeitig Mittel aus dem Staatshaushalt 2010. Aus den Mitteln, die das Deutsche Forum von der bundesdeutschen Regierung durch das Bundesministerium des Inneren in diesem Jahr erhielt, wurde die Summe aufgestockt, die den fünf Stiftungen und den beiden großen Altenheimen zugute kommen. Der DFDR-Vorsitzende sprach in disem Jahr forumsnahe und forumsrelevante Themen in den zahlreichen Treffen mit ranghohen Politikern aus Deutschland und Österreich an. Klaus Johannis bewertete 2010 als bisher insgesamt erfolgreicheres Jahr im Vergleich zu 2009.

Der Abgeordnete des Deutschen Forums im rumänischen Parlament Ovidiu Gant erläuterte in seinem Bericht die Position der Fraktion der nationalen Minderheiten im Parlament. Die Fraktion hatte sich, wie immer in ihrer Geschichte, der Stimme bei den Mistrauensanträgen gegen die Regierung enthalten. Diese einstimmige Entscheidung  der Fraktion basiert vor allem auf der Erfahrung der letzten 20 Jahre, die durch den gesamten Aufbau des sogenannten Minderheitenschutzes bedingt ist. Alle Entscheidungen betreffend Bildungswesen in der Muttersprache, Finanzierung der Minderheitenorganisationen (wie laufende Kosten, Gehälter, Kultur- und Buchprojekte, Presse, Investitionen und ähnliche) obliegen der Regierung. In diesem Jahr seien die Minderheiten sehr gut in all diesen Bereichen durchgekommen. Die parlamentarische Vertretung und deren Positionierung im Regierungslager sei leider das einzige effektive Mittel zum „Schutz der nationalen Minderheiten“ – erklärte DFDR-Abgeordneter Ovidiu Gant.

Sowohl der Abgeordnete Ovidiu Gant als auch der Unterstaatssekretär im Department für interethnische Beziehungen der rumänischen Regierung Helge Fleischer berichteten über die zahlreichen internationalen politischen Kontakte, bei denen sie auch die deutsche Minderheit vertreten konnten. Unterstaatssekretät Fleischer ging desgleichen auf die Förderung der deutschen Muttersprache ein. Diese Problematik wurde unter anderem bei der Tagung der rumänisch-deutschen Regierungskommission für Angelegenheiten der deutschen Minderheit in Rumänien im September in Hermannstadt thematisiert. Nach Wegen und Methoden zur Förderung der Sprachkompetenz der Schüler suche auch die DFDR-Schulkommission, berichtete deren Vorsitzende Carmen Reich-Sander. Das Hauptproblem der deutschsprachigen Schulen sei der Mangel an sprachlich und fachlich kompetenten Lehrern und Lehrbüchern in korrekter Übersetzung – erläuterte sie. DFDR-Ehrenvorsitzender Dr. Paul Philippi erwähnte in seinem Wort das „Thesenpapier zur Zukunft und den Perspektiven der deutschen Minderheit in Rumänien“. In diesem Kontext sprach er auch die Problematik der „deutschen Zuwanderer“ bzw. der notwendigen Satzungsänderung des Forums an. Kurzberichte aus den Fachausschüssen des Rats der nationalen Minderheiten legten Anita Pavel und Dr. Klaus Fabritius vor. Der Forums-Vorstand genehmigte innerhalb der Sitzung mehrere Haushaltsumschichtungen und beauftragte den DFDR-Vorsitzenden, über die Verteilung möglicher Haushalts-Restgelder zu bestimmen. Beschlossen wurde, deutschsprachige Schulbücher mitzufinanzieren, und zwar insbesondere jene für die Klassen 11 und 12. Hierfür soll ein Unterkapitel im Haushaltsplan vorgesehen werden. Ebenfalls beschlossen wurde, den Preis des Monats-Abonnements der Allgemeinen Deutschen Zeitung für Rumänien von 14 auf 15 Lei zu erhöhen.


11.13. DFDR  


 Bericht: Adrian Ardelean, Presseinfo und Foto: Hannelore Baier, Interview: Astrid Weisz, Hermannstadt und Temeswar, 13.10.2010
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