Radio Temeswar

Wirtschaftsmeldungen der Woche – 02.12.2010

Aus den Wirtschaftsmeldungen dieser Woche erfahren Sie Einiges über die rumänische und regionale Wirtschaft: Regierungsprojekte und Investitionen, Prognosen, Beschlüsse und Wechselkurse, aber auch über den Kalender der lokalen Wirtschaftsveranstaltungen und Messen. Bleiben Sie dran!

Sie hören das Wirtschaftsmagazin bei Radio Temeswar – jetzt mit den Wirtschaftsmeldungen der Woche:

Rumänien, Ungarn, Griechenland, Irland und Lettland seien an der Schwelle einer Zahlungsunfähigkeit. Dies erklärte vergangene Woche der Chef des Internationalen Währungsfonds IWF Dominique Strauss-Kahn. Um einen Staatsbankrott zu vermeiden, empfiehlt der IWF-Chef harte Maßnahmen sowie eine Minderung der Sozial-asugaben. --- Der rumänische Premier Emil Boc reagierte darauf und erklärte, Rumänien nehme kein Risiko ein, wenn der begonnene Restrukturierungsprozess auch im kommenden Jahr fortgesetzt wird. Erwartet werde sogar ein geringes Wirtschaftswachstum, wenn das Haushaltsgleichgewicht beibehalten wird – erklärte der Premier im öffentlichen Fernsehen.

Das Mindesteinkommen im Jahr 2011 wurde auf 670 Lei im Vergleich zu den jetzigen 600 Lei festgelegt. Dies sieht der Gesetzesentwurf der Regierung zur einheitlichen Entlohnung vor. Die Regierung soll die Verantwortung vor dem Parlament für dieses Gesetz übernehmen. Die Einkommen der Staatsangestellten sollen desgleichen ab dem kommenden Jahr um 15% im Vergleich zu dem jetzigen Niveau ansteigen. Im Vergleich zur Jahreshälfte ist es jedoch ein Rückgang um 10%. Die Gewerkschaften sind damit nicht einverstanden und wollen vor Gericht gehen. Andererseits erklärte Arbeitsminister Ioan Botis, das neue Gesetz sei ausgewogen und würde bis 2015 die Fehler der letzten 20 Jahre verbessern und einen Gleichstand in der Entlohnung der Angestellten aus dem Staatssektor als Ziel haben.

Die Regierung erarbeitete den Staatshaushaltsentwurf für 2011. Mehr Geld sollen das Arbeitsministerium, das Landwirtschafts- und das Umweltministerium erhalten. Vorgesehen ist eine 38-prozentige Budgetkürzung beim Gesundheitsministerium und eine 30-prozentige Kürzung beim Außen-, Wirtschafts-, Verteidigungsministerium. 14% weniger Geld als in diesem Jahr kommt dem Innen- und dem Justizministerium zu. Das Staatshaushaltsprojekt 2011 sieht noch das Einfrieren der Renten sowie die Kürzung der Fonds für Investitionen und Sozialhilfen vor.

Abgeändert soll auch das Gesetz zur Mütter-förderung. Die Regierung analysiert zur Zeit drei Varianten. Die Beibehaltung des Muttergeldes auf dem jetzigen Niveau mit der Kürzung des Mutterschaftsurlaubs auf 6 Monate. Die Mütter, die nach 6 Monaten an ihre Arbeitsstelle zurückkehren würden, sollten dann bis zu zwei Jahren nach der Geburt einen Gehaltszuschuss im Wert von 500 Lei im Monat erhalten. Die anderen beiden Varianten sehen die Beibehaltung des Mutterschaftsurlaubs auf 2 Jahre mit der Kürzung des Muttergeldes auf Summen zwischen 600 und ein Tausend 500 Lei. Auch unter diesen Bedingungen sollen die Mütter, die schneller an ihre Arbeitsstelle zurückkkehren, mit einem Gehaltszuschuss von ein Hundert Lei im Monat gefördert werden. Dieser Änderungsvorschlag löste heftige politische Kontroversen aus.

Die Mehrwertsteuer, der Einheitssteuersatz sowie die Steuer für Immobilien und Autos werden auch für das kommende Jahr ihren jetzigen Wert beibehalten. Das sicherte Finanzminister Gheorghe Ialomiteanu zu. In Frage käme eine Minderung der Sozialbeiträge, so der Minister weiter. Ab der Hälfte 2011 soll die Arbeit weniger besteuert werden, was zu einer Minderung der Arbeitslosenrate führen könnte. Das ist die erste Reaktion des Finanzministers gegenüber der parlamentarischen Initiative, die eine Minderung der Mehrwertsteuer für Lebensmittel auf 5% sowie des Einheitssteuersatzes auf 10% anstrebt. Auch das Problem der Förderprämien aus dem Finanzwesen scheint gelöst zu sein: dafür hat der Minister den Haushalt seines Ministeriums um 2,4 Milliarden Lei aufgestockt.

Die Auto-Erstzulassungsgebühr wird ab dem 1. Januar kommenden Jahres um 25 bis 50 Prozent steigen. Die Änderungen sollen durch eine Dringlichkeitsverordnung umgesetzt werden. Diese soll in diesem Jahr noch erarbeitet werden. Die Regierung will auch eine Gebühr für neuere Autos einführen, die weniger Schadstoffe ausstoßen. Somit werden auch Staatsbürger, die Euro5-Neuwagen erwerben, eine Erstzulassungsgebühr zahlen müssen. Ab dem 1. Januar  wird die Erstzulassungsgebühr zwischen 91 und 32.000 Euro betragen – erklärte Umweltminister Laszlo Borbely. Für Hybridautos werden auch weiterhin keine Erstzulassungsgebühren zu zahlen sein. Die Anzahl dieser auf dem Automarkt beträgt allerdings weniger als ein Prozent. Für Elektroautos muss ebenfalls keine Gebühr bezahlt werden. Laut Aussagen des Umweltministers könnten Eigentümer sowohl der Hybrid- als auch der Elektroautos, ähnlich wie in Westeuropa, Subventionen von der Verwaltung des Umweltfonds erhalten.

Das Programm zur Erneuerung des Fuhrparks soll auch im kommenden Jahr weitergeführt werden. Die nächste Auflage startet am 1. Febuar 2011. Das neue Projekt sieht vor die Möglichkeit der Einlösung von 4 Gutscheinen anstatt der bisherigen 3 für den Ankauf eines Neuautos aber auch eine Wertverminderung eines Gutscheins auf 3 Tausend Lei im Vergleich zu den bisherigen 3 Tausend 800 Lei. Dies erklärte Umweltminister Laszlo Borbely.

Die zahlwilligen Kunden der Banken sollen Refinanzierungen ohne eine neue Evaluierung ihres Risikogrades erhalten. Die Kommission für Haushalt, Finanzen und Banken der Abgeordnetenkammer bewilligte einen Änderungsantrag an der Eilverordnung der Regierung Nr. 50. Dadurch werden Banken gezwungen, Refinanzierungen den Kunden zu erteilen, die bisher keine Zahlungsverspätungen verzeichnet haben. Gemäß des Beschlusses dürften die Banken in diesem Fall keine Evaluierungsgebühr verlangen und auch keine Neubewertung des Kunden sowie seiner Garantien erstellen.

Der Gouvernör der Nationalbank Rumäniens Mugur Isarescu griff erneut die Kommerz-Banken an. Er warf diesmal den Bankern vor, aus Geldgier ihre Kunden nicht richtig zu betreuen. Die Zinsen seien hoch geblieben, auch wenn die Notenbank den Leitzins öfters gesenkt habe – so Isarescu weiter. Der Mangel an Liquiditäten auf dem Markt sei eine unwahre Erfindung der Bankern – fügte der Zentralbank-Chef hinzu.

Hier auch die Referenzkurse der Nationalbank Rumäniens für den heutigen Donnerstag: ein Euro wurde am 30. November mit 4Lei28 quotiert und ein US-Dollar mit 3Lei28. Der Referenzkurs für ein Hundert ungarische Forint lag bei 1Lei51 und für ein Hundert serbische Dinar bei 3Lei99. Ein Gramm Gold wurde auf 145 Lei und 46 Bani gewertet.

Der Verkehr auf der Schager-Passage in Temeswar wurde gestern auf allen 4 Spuren wieder aufgenommen, auch wenn die Arbeiten noch nicht fertig sind. Das heißt, dass zeitweilig die eine oder die andere Fahrrichtung von kurzanhaltenden Arbeiten noch unterbrochen werden kann. Dies erklärtre Vizebürgermeister Sorin Grindeanu. Die Arbeiten an der Überführung der Bahnlinien an der Temeswarer Ausfahrt Richtung Reschitza und Morawitza wurden 2008 gestartet und kosteten 7 ein Halb Millionen Lei. Vizebürgermeister Grindeanu erklärte zudem, der Verkehr auf der Brancoveanu-Straße sei auch teilweise dem Verkehr freigegeben worden. Hier wurden die Wasserzufuhr- und Kanalisationsrohre sowie die Erdgasleitungen und Elektrizitätsnetzwerke ersetzt. Die Arbeiten sollen hier bis zum 12.ten Dezember beendet werden.

Die ersten 10 neuen Mercedes-Busse fahren seit gestern in Temeswar. Die Stadtverwaltung kaufte 30 neue Fahrzeuge für den Stadtverkehr. Die neuen Busse haben den Fußboden nahe an der Fahrbahn, ermöglichen den Zugang für Behindertenwagen, verfügen über 7 Videokameras, 2 LCD-Bildschirme und eine Blackbox für die Aufzeichnung der Unfälle. In einem neuen Buss passen bis zu 143 Fahrgäste hinein. Eingeführt wurden die neuen Fahrzeuge auf den Linien 33, 40 sowie auf den Express-Linien 2, 7 und 8.

Die Temeswarer Stadtverwaltung löste das Problem der Fernheizung. Der Vertrag mit ÖMV für die Lieferung des Erdgases wurde gekündigt und eine Einwilligung mit EoN-Gas unterzeichnet. Bereits seit gestern ist eine der beiden Heizzentralen der Stadt mit Gas vom neuen Lieferanten versorgt. Bis zum Jahresende soll die Fernheizgesellschaft dafür 20 Milliarden Lei zahlen. Was die Preise anbelangt, sei der neue Vertrag ähnlich mit dem alten, erklärten die Behörden.

Das Essen für die Armen der Stadt Temeswar wird auf Schulden gekauft. Dies weil die Stadtverwaltung das Geld an die Sozialkantine nicht rechtzeitig überweist. Die Verwaltung der Kantine hat bereits Schulden im Wert von 60 Tausend Lei angesammelt. Die Stadtverwaltung versprach, das Geld auch wenn mit Verspätung zu überwesien. Auch unter diesen finanziell schlechten Bedingungen wird der Nikolo 350 Kinder aus sozialschwachen Familien besuchen und ihnen ein Päckchen mit Süßigkeiten hinterlassen.

„Der Geschenkstiefel“ anlässlich des bevorstehenden Nikolaustages ist seit gestern in Temeswar besuchbar. Spielzeug, Bücher, Weihnachtsdekorationen, Kleidung und auch Schmuck sind bei der Messe mit Verkauf im Regionalen Handelszentrum zu finden. Es ist die erste Auflage der Nikolausmesse, die die Temescher Handelskammer einrichtet. Es beteiligen sich rund 50 Unternehmen aus dem In- und Ausland. Neben den Ständen gibt es für die Kinder Kreativ-Werkstätten zum Basteln, Malen und Kneten. Die Nikolausmesse ist bis Sonntag zwischen 11 und 20 Uhr offen.

Der Weihnachtsmarkt wurde am gestrigen Nationalfeiertag im Temeswarer Stadtzentrum eröffnet. 80 Unternehmen aus dem Inland sowie aus Ungarn und Deutschland beteiligen sich daran. Der Weihnachtsmarkt bleibt bis am 10. Januar nächsten Jahres täglich zwischen 10 und 23 Uhr offen. Gesternabend wurde in Temeswar auch die städtische Weihnachtsbeleuchtung eingeschaltet. --- In Arad ist der Weihnachtsmarkt schon seit 2 Wochen auf dem Platz vor dem Verwaltungspalais geöffnet. Nach dem Wiener Modell wurden Holzhütten aufgestellt sowohl vor dem Rathaus als auch auf einer Nebenstraße, die für den Verkehr bis zum 9. Januar gesperrt bleibt. In der Mitte des Platzes gibt es auch eine Bühne, wo jeden Abend Kindergruppen Advents- und Weihnachtsprogramme vorführen. Sowohl in Arad als auch in Temeswar sollen in den Stadtzentren schöne Weihnachtsbäume aufgestellt werden.

Die Forstämter der Kreise West-Rumäniens starteten den Verkauf der Christbäume in den Marktplätzen. Die Behörde des Kreises Temesch fällt 700 Tannen und Fichten, verkauft aber nur 250 Bäume auf dem Markt. Das Forstamt in Arad verkauft in diesem Jahr mehr als ein Tausend ein Hundert Tannen und Fichten, während die Amtskollegen im Kreis Hunedoara das Doppelte anbieten: 2 Tausend 200 Weihnachtsbäume. Im Kreis Karasch-Severin, wo die meisten Tannenwälder in der Region zu finden sind, wurden dem Verkauf 2 Tausend 400 Christbäume zugeordnet.

Meine Damen und Herren, hiermit endet auch diese Ausgabe unseres Wirtschaftsmagazins. Mit aktuellen Wirtschaftsthemen erwarten wir Sie in 7 Tagen wieder. Nächsten Donnerstag berichten wir unter anderem über die Umweltmesse, die Ende vergangener Woche in Arad stattgefunden hat und bringen Ihnen die monatlichen Hinweise aus der Rechstpraxis. Haben Sie bis dahin eine erfolgreiche Woche!


12.02. WM  


 
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