Das Gärtchen am Fuße des Standbildes von Bischof Georg Daniel Teutsch (1817-1893) auf dem Hof, den sich die evangelische Kirche und die Brukenthalschule teilen, hat seit 2024 ein neues Aussehen erhalten. Ein Fachmann entfernte den Efeu sorgfältig aus dem Gitter und den Fugen des Sockels, und das Denkmalgärtchen wurde neu gestaltet: schlicht, gepflegt, würdevoll.
Der übergroße, bronzene Bischof Georg Daniel Teutsch steht standhaft am Kirchhof und lenkt gelegentlich gelangweilte Schüler in den Schulstunden ab. Auf drei Quadern aus schwedischem, poliertem Granit steht er praktisch für die Ewigkeit da. Neugierige Tauben verweilen auf dem Haar seines Kopfes. Sie hinterlassen Spuren, so dass sein Haar angegraut scheint. Am Fuß des Granitblocks der Statue ist Leben. Efeu hat hier seine Heimat gefunden. Durch das schmiedeeiserne alte Geländer, das die Statue vom restlichen Kirchhof bezeihungsweise Schulhof trennt, ist seit vielen Jahren Efeu eingewandert und hat sich gut integriert. Er hat Zeit, nicht wie wir Menschen. Seit 1899 hat er Zeit, der bronzene Bischof. Und die Efeu-Wurzeln haben auch Zeit. Sie werden immer kräftiger und Millimeter um Millimeter zwängen sie sich zwischen die „ehernen Blöcke“. Die einen Wurzeln werden armdick und verbiegen die Gitterstäbe, die anderen treiben die Blöcke auseinander. Efeu ist das immer moderne und lebendige Kleid wohlwollenden Vergessens. Zuerst überzieht er grün und formvielfältig die Erinnerung und dann löscht er diese vorsichtig und sanft aus dem Gedächtnis.
Im Jahr 2024 nahm sich dankenswerterweise das städtische Amt für Grünflächen und Parkanlagen des kleinen Gartens auf unsere Bitte hin an. Ein Fachmann entfernte den Efeu sorgfältig aus dem Gitter und den Fugen des Sockels, vorsichtig, damit nichts beschädigt wird, was Geschichte trägt. Danach wurde das Denkmalgärtchen neu gestaltet und in das gärtnerische Konzept der Stadt eingefügt – schlicht, gepflegt, würdevoll.
Text und Foto: Ilse PHILIPPI
Foto: Beatrice UNGAR


